Samstag, 2. März 2013

Verantwortlichkeit für Dual-Use-Güter

In seiner Vorstandskolumne "Die dunkle Seite: Informatik als Dual-Use-Technologie" schreibt Christof Leng über die Verantwortung, die mit der Informatik einhergeht. Er weist darauf hin, dass mehrere wichtige Persönlichkeiten der Informatik (etwa Hopper und Turing) im militärischen Kontext gearbeitet haben. Für mein Forschungsthema (Covert Channels/Network Steganography) verhält es sich genauso. Als Dua-Use-Gut können Covert Channels von "Guten" und "Bösen" genutzt werden. Ob mit den Forschungsergebnissen, die wir hervorbringen, am Ende ein Journalist regimekritische Informationen überträgt, ohne dabei entdeckt zu werden, oder ob damit ein Stealth-Botnet entwickelt wird, das lässt sich nicht beeinflussen. Hrn. Leng hat meine volle Zustimmung hinsichtlich der von ihm geforderten Verantwortungskultur der InformatikerInnen:

"Wenn wir das Vertrauen zurückgewinnen wollen, müssen wir als Informatikerinnen und Informatiker eine Kultur der Verantwortlichkeit etablieren, und können uns nicht länger auf technische Fragestellungen zurückziehen."

Wie setzt man das um?

1 Kommentar:

  1. Ich glaube, es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, wie man mit Dual-Use-Problemen umgeht. Aber zumindest muss man ein Bewusstsein für diese Problematik schaffen. Beim Umgang mit radioaktivem Material ist jedem die Brisanz bewusst, bei hochentwickelten Überwachungs- und Kommunikationstechnologie herrscht jedoch oft Ignoranz. Das liegt auch daran, dass wir Informatiker uns (insbesondere im Studium) oft auf einen rein technischen Standpunkt zurückziehen. Da kann man zum Beispiel ansetzen.

    Viele Grüße
    Christof Leng

    AntwortenLöschen