Mittwoch, 23. Februar 2011

Promotion mit FH-Diplom

Promotion nach dem FH-Diplom -- geht das? Ich stelle diese Frage nicht zum ersten Mal und kann nach meiner Recherche sagen: es geht, ist aber schwierig. Promotionen können übrigens nur an einer Universität, also nicht an einer FH, durchgeführt werden, weshalb man folglich irgendwie an eine solche gelangen muss ...
Fri, 04 May 2007 11:23 (hin und wieder leicht aktualisiert)

Hier ein Zitat aus (Quelle: Uni Bielefeld): 1992 beschloss die Kultusministerkonferenz, besonders qualifizierten FH-AbsolventInnen den direkten Weg zur Promotion zu ermöglichen, ohne zuvor den Universitätsabschluss nachholen zu müssen. Die Bundesländer haben diesen Beschluss bisher nur teilweise und auch unterschiedlich umgesetzt.

Hier die interessanten Links:
Info#1 (Link geht nicht mehr) Info#2 (Link geht nicht mehr) Info#3 (Link geht ebenfalls nicht mehr) Diskussion#1

Außerdem möchte ich auf mein eigenes Posting verweisen, in dem ich unregelmäßig meinen eigenen Promotionsfortschritt protokolliere: siehe hier.

Besonders interessant: Einen Dr. in Deutschland nach der FH zu erwerben ist schwer. In Australien gibt es den PhD wohl nach 2-3 Jahren, wobei das FH Dipl. als "Bachelor (honours)" (also der "bessere" Bachelor, den man nach vier Jahren bekommt) gewertet wird, und der, wenn gut genug, direkt zur Promotionszulassung führen kann. In Österreich sei die Promotion nach der FH auch verhältnismäßig einfach (speziell für den Dr. tech.; den Dr. rer. nat. gibt es etwa in Linz nur nach einem Aufbaustudium). An einer deutschen Uni muss man oft erst ein paar Semester (im schlimmsten Fall das ganze Hauptstudium) nachholen, damit man offiziell ein Uni-Diplom oder von der jeweiligen Uni anerkannten Masterabschluss hat (und mit dem man dann anschließend promovieren kann). Möchte man in Deutschland direkt mit dem FH-Dipl. promovieren, dann sollte man schon einen Schnitt von 2,0 oder besser vorweisen. Einige Unis verlangen auch einen Mindestschnitt von 1,5 sowie Zusatzleistungen. Mir sind auch Fälle bekannt, bei denen trotz 1er-FH-Masterabschluss noch umfangreiche Auflagen (in Form von zusätzlich zu erbringenden Prüfungsleistungen) verlangt wurden.

Aus Wikipedia: An den Fachhochschulen wird das Diplom ebenfalls als akademischer Grad verliehen, es wird jedoch seit 1987 zwingend mit dem Zusatz (FH) gekennzeichnet und berechtigt nicht grundsätzlich, aber unter besonderen Voraussetzungen, zur Promotion. Neben der im Gegensatz zum universitären Diplom eher anwendungsbezogenen Orientierung unterscheidet sich das Diplom der Fachhochschulen auch durch die in der Regel kürzere Studiendauer von 8 Semestern (bis Ende der 80er 6 Semester).

Letztlich hängt es wohl einfach davon ab, ob man Glück hat und an die richtigen Personen gerät ...
Alternativ kann man aber auch ein Masterstudium anschließen, was in Deutschland 3-4 (an einer Uni meist 4) Semester dauert, in Schweden habe ich (jedenfalls für Informatiker) aber auch schon einen 2-Semester-Master (60 ETCS) gefunden, der dann allerdings explizit als "Master of Science (1 Year)" tituliert wird (ähnliche Möglichkeiten gibt es an einigen spanischen Universitäten).
Bis vor kurzem bot die Hochschule Augsburg noch einen 60 CP-Master für Studenten mit 8-Sem. FH-Dipl. bzw. 8-Sem.-Bachelor an, der leider mittlerweile eingestellt und durch einen dreisemestrigen Master setzt wurde. Zum Glück konnte ich diesen Master selber gerade noch studieren, bevor er eingestellt wurde. Die Zulassung zur Promotion war für mehrere Absolventen mit sehr gutem Abschluss in diesem 60 CP-Master an verschiedensten Universitäten in Deutschland erfolgreich.

Hier noch ein interessanter Beitrag aus der Süddeutschen zum Thema: Dr. zweiter Klasse. Zitat: Damit würde sich auch ein anderes Problem lösen, das Geiger in Bezug auf die steigenden Promovierendenzahlen unter den FH-Absolventen sieht: "Solange die Studenten für die Promotion an eine Universität wechseln müssen, sind die guten Leute für die FHs oft verloren." Das ist zum einen natürlich wahr, doch zum anderen sollte gesagt werden (und ich kann dies aus eigener Erfahrung bestätigen), dass das notwendige Umfeld zum wissenschaftlichen Arbeiten an einer FH eher nicht gegben ist. Diese Einschätzung wurde mir von diversen anderen Promovenden bestätigt, die ebenfalls an FHs beschäftigt sind und extern promovieren.


FAQ von Fragen, die ich öfters gestellt bekomme (neue Fragen bitte als Kommentar posten):

Q: Kann ich nach einem Master-Abschluss eigentlich den "(FH)"-Zusatz hinter meinem Diplom weglassen?

A: Nein. Der Grad muss so geführt werden, wie er verliehen wurde. Es steht allerdings jedem frei, sich *nur* Master-of-Wasauchimmer zu nennen (also nur "VNAME NNAME, M.Sc." anstelle von etwa "Dipl.-Inf. (FH) VNAME NNAME, M.Sc.").

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